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Vertreter der alpinen Schutzgebiete aus 8 Ländern haben sich Ende Oktober zur 7. Generalversammlung des Netzwerks Alpiner Schutzgebiete (ALPARC) im Nationalparkzentrum in Zernez getroffen. Die Fachtagung stand unter dem Titel «Wildnis und Biodiversität: Können wir die alpine Natur sich selbst überlassen?». Der Schweizerische Nationalpark hat erstmals Gelegenheit, diesen internationalen Anlass zu beherbergen. |
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Das Netzwerk Alpiner Schutzgebiete ALPARC besteht seit 1994 und hat sich zum Ziel gesetzt, die Zusammenarbeit zwischen den Parks in den Alpenländern zu intensivieren. Insgesamt sind mehrere hundert Schutzgebiete Mitglieder von ALPARC. Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter haben sich in Zernez getroffen, um anlässlich der alle zwei Jahre stattfindenden Generalversammlung über Landes- und Schutzgebietsgrenzen hinweg auszutauschen und die Zusammenarbeit zu vertiefen. Heinrich Haller, Direktor des Schweizerischen Nationalparks, begrüßte die internationalen Gäste im ältesten Nationalpark der Alpen. Michael Vogel, Präsident des Netzwerks Alpiner Schutzgebiete ALPARC, betonte die Bedeutung des ökologischen Verbunds. Während Schutzgebiete früher häufig als Inseln wirkten, ist heute Zusammenarbeit über Grenzen hinweg ein wichtiges Element der Entwicklung geworden. Naturschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die auch gemeinsam angegangen werden soll.
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Marco Onida, Generalsekretär der Alpenkonvention , äußerte sein Bedauern darüber, dass das Schweizer Parlament die Ratifikation der Protokolle der Alpenkonvention abgelehnt hat. Dies ist ein herber Rückschlag für die bald 20-jährige Alpenkonvention und setzt auch negative Signale für andere Partner der Konvention. Er schließt nicht aus, dass sich dieses Abseitsstehen der Schweiz in Zukunft als Eigentor erweisen könnte. Insbesondere im Transportbereich ist eine effiziente Zusammenarbeit von größter Bedeutung.
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Der Donnerstag war für die Generalversammlung reserviert. Dabei legten die Partner das Aktionsprogramm 2011 bis 2012 fest und wählten den Internationalen Lenkungsausschuss . Dieses strategische Gremium von ALPARC sorgt dafür, dass das Netzwerk seine Aufgaben bestmöglich erfüllen kann. Die Umsetzung erfolgt durch die in Chambéry (F) ansässige Task Force Schutzgebiete . Die Alpen sind das am stärksten von Menschen durchwirkte Hochgebirge der Erde. Während Jahrtausenden haben die Bewohner den Bergen Kulturflächen abgerungen und die Wildnis auf letzte Refugien in den höchsten und steilsten Lagen zurückgedrängt. Erst in der modernen Gesellschaft ist der Begriff Wildnis positiver besetzt worden. Was geschieht nun, wenn größere Gebiete gänzlich ihrer natürlichen Entwicklung überlassen werden? Diese Frage stand im Zentrum der Konferenz vom Freitag. Der SNP ist ein ideales Anschauungsbeispiel um diese Fragen zu diskutieren. Seine Gründung vor bald 100 Jahren war eine visionäre Unternehmung. Die Pioniere hatten erkannt, dass man die letzten und damit seltenen Reste unberührter Natur auf spezielle Weise schützen und vor dem Untergang bewahren muss. Dazu kam das Bedürfnis, diese Natur mit ihren langfristigen Entwicklungen umfassend kennen zu lernen und wissenschaftlich zu beschreiben. |
Aus Anlass des UNO-Jahres der Biodiversität 2010 ist der Aspekt der biologischen Vielfalt von besonderer Bedeutung. Auch in diesem Zusammenhang spielt Wildnis eine wichtige Rolle, da es bei der Biodiversität nicht nur um Artenvielfalt geht, sondern auch um Lebensräume, Lebensgemeinschaften und die darin wirkenden Wechselbeziehungen. Natürliche Prozesse, wie sie den SNP prägen, sind somit ebenfalls Teil der biologischen Vielfalt
Parallel zur Konferenz fand auch ein Umweltbildungsworkshop statt. Dieser bot den Bildungsverantwortlichen der Schutzgebiete erstmals Gelegenheit zum Austausch und zur Definition gemeinsamer Strategien in der Umweltbildung.
Die Gäste aus dem In- und Ausland hatten anlässlich der Konferenz auch Gelegenheit, den Schweizerischen Nationalpark (SNP) und seine Angebote anlässlich von Exkursionen und Vorträgen sowie die Nationalparkgemeinde Zernez kennen zu lernen.
Hans Lozza, Leiter Kommunikation
SCHWEIZERISCHER NATIONALPARK
Medienmitteilung vom 21. Oktober 2010
Bericht auf Telesguard über das Alparc Treffen in Zernez
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